Menschen in Namibia ticken anders als in Europa. Was macht man mit Bettlern auf der Strasse? Gibt man Trinkgeld oder nicht? Muss man den Einkaufswagen selbst zurückbringen? Was ist respektvoll, was nicht? Solche Fragen bekommt man nicht aus einem Buch beantwortet, man muss sie einmal gestellt haben.
Dasselbe gilt auf der Strasse selbst. Wie fährst du auf einer Schotter- oder Sandstrasse, ohne dem überholenden Auto einen Stein in die Scheibe zu schlagen? Was tust du bei einer Panne, mitten im Nirgendwo? Welches Holz eignet sich fürs Lagerfeuer, was solltest du über Wildtiere wissen, wie durchquerst du eine Furt und wen fragst du, wenn du unsicher bist? Wo darf man wild campen, wo nicht? Was bedeutet die rote Linie beim Grenzübertritt, und was brauchst du überhaupt für die Einreise?
Dazu kommt ein Lebensgefühl, das man erst versteht, wenn man es erlebt hat: lieber morgen als heute. Alles ist sehr gemütlich, aber nicht immer verlässlich, auch nicht bei Buchungen.
Für all diese Fragen hatte ich meinen Papa. Über all die Jahre habe ich gelernt, wie man mit solchen Situationen umgeht, die Leute kennengelernt und ihre Kultur, verstanden, was respektvoll ist und was nicht. Genau das gebe ich weiter, wenn ich eine Reise plane.
Seit meine Grosseltern ausgewandert sind, vor etwa 25 Jahren, bereise ich Namibia regelmässig. Seit mein Papa dort lebt, mit einer Pause während Corona, fahren wir seit 12 Jahren jedes Jahr hin. Heute gehört auch mein kleiner Bruder dazu.
Was mich am Land selbst hält: die Vielfalt. Wüste, Fels, saftiges Grün, alles in derselben Woche. Jede Jahreszeit zeigt ein anderes Namibia.
"In Namibia darf man sein, wie man ist."